Angela Lansbury

Die Darstellerin von Elvis' Filmmutter in Blue Hawaii, war trotz der etwas schrulligen Rolle eine ernsthafte und anerkannte Schauspielerin. Die 1925 in England geborene Angela trat 1944 erstmals in dem bekannten Thriller Gaslight - Das Haus der Lady Alquist neben Ingrid Bergman auf. Als das mürrische, schlampige Dienstmädchen bekam sie gute Kritiken. Sie spielte immer mehr oder weniger große Nebenrollen in Filmen wie National Velvet (1944) mit der jungen Liz Taylor, State of the union - Der beste Mann mit Katherine Hepburn, 1958 The long hot summer - Der lange heiße Sommer mit Paul Newman, 1961 All fall down - Mein Bruder...ein Lump mit Karl Malden, 1964 Harlow - Die Welt der Jean Harlow mit Carroll Baker. Zuletzt sah man sie 1978 in der Agatha Christie-Verfilmung Death On The Nile - Tod auf dem Nil.

Sie kam am 16. Oktober 1925 als ältestes von drei Kindern von Edgar Lansbury (1886-1934) und Charlotte Lillian McIldowie (1896-1975) in London (Großbritannien) zur Welt. Sie hatte noch zwei jüngere Brüder, die Zwillinge Edgar jr. und Bruce.

Durch ihre Mutter, die mit Künstlernamen Moyna MacGill hieß und selbst Schauspielerin war, kam sie früh mit dem Showbusiness in Berührung. Sie nahm Schauspielunterricht an der South Hampton School. Mit 14, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wanderte Angela mit ihrer Mutter nach Amerika aus. Dort kümmerte sich Angela um ihre Zwillingsbrüder Edgar und Bruce.

Angela war 1945-1946 mit dem Schauspieler Richard Cromwell verheiratet. Mit dem Filmproduzenten Peter Shaw, ihrem zweiten Mann, bekam sie zwei Kinder, Sohn Anthony (1952) und Tochter Deirdre (1953). Die Hochzeit war im Jahre 1949 und Peter brachte den Sohn David (*1944) mit in die Ehe.

Mit 17 Jahren spielte sie ihre erste Hollywood-Rolle in dem Film Das Haus der Lady Alquist (1944) mit Ingrid Bergman. Durch die Rolle als Hausmädchen erhielt Angela ihrer erste Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle und einen Sieben-Jahres-Vertrag mit MGM. Ihre zweite Oscar-Nominierung bekam sie ein Jahr später für Das Bildnis des Dorian Gray (1945). Ihre dritte Nominierung erhielt sie für den United-Artists-Film Botschafter der Angst, welcher 2005 in einem Remake mit Meryl Streep in ihrer Rolle von Jonathan Demme verfilmt wurde. In Der Hofnarr (mit Danny Kaye in der Hauptrolle) spielte sie 1956 die Tochter des Tyrannen Roderick.

Ihr Bekanntheitsgrad als Schauspielerin steigerte sich durch den von Robert Stevenson inszenierten Disney-Film Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett (Bedknobs and Broomsticks, 1971), in dem sie an der Seite von David Tomlinson auch ihr Gesangstalent anbringen konnte. 1978 spielte sie neben u. a. Peter Ustinov als Hercule Poirot und Bette Davis als schrullige Millionärin Miss van Schuyler die trunksüchtige Schundromanautorin Salome Otterbourne in der Agatha-Christie-Verfilmung Tod auf dem Nil. 1980 folgte die Rolle der Miss Marple in einer weiteren Christie-Filmadaption, Mord im Spiegel, in welcher sie u. a. an der Seite von Elizabeth Taylor als Marina Gregg, Geraldine Chaplin als Ella Zielinsky und Rock Hudson als Jason Rudd agierte.

Angela Lansbury (rechts) mit Beatrice Arthur bei den Emmy Awards 1989

Angela Lansbury (rechts) mit Beatrice Arthur bei den Emmy Awards 1989

Viele Erfolge und Auszeichnungen erwarb sie auch am Broadway. Das bekannteste Stück, mit welchem sie den größten und längsten Erfolg feiert war Mame. (Für das Fernsehen jedoch mit Lucille Ball verfilmt, was laut Autobiographie Angela sehr getroffen hatte, da sie eigentlich für die Rolle vorgesehen war.) Weitere Broadway-Erfolgsrollen: Gypsy, Dear World, Sweeney Todd.

Sie spielte auch eine große Nebenrolle als Großmutter in dem Fantasyfilm Die Zeit der Wölfe (1984).

Angela Lansbury in Deuce, New York 2007

Angela Lansbury in Deuce, New York 2007

Ihre bekannteste Rolle spielte Angela Lansbury als Krimi-Autorin und Hobby-Detektivin Jessica Fletcher in der langjährigen Fernsehserie Mord ist ihr Hobby. Ihre Leistungen wurden mit 12 Emmy-Nominierungen und vier Golden Globes, bei ebenfalls 12 Nominierungen, belohnt.

Auch als Synchronsprecherin hatte sie einige bedeutende Auftritte. 1982 lieh sie Mommy Fortuna ihre Stimme, der bösen Jahrmarkt-Hexe in dem Animationsfilm Das letzte Einhorn. Im Jahre 1992 lieh sie ihre Stimme Madame Pottine in dem Disney-Zeichentrickfilm Die Schöne und das Biest.

Mitte der 1990er-Jahre spielte sie die Hauptrolle in einem Weihnachtsmärchenfilm, Mrs. Santa Claus, welcher aber bis heute nicht im deutschsprachigem Raum gezeigt wurde.

Sie ist ebenfalls als Schriftstellerin tätig. 1990 schrieb sie ein Buch Positive Moves, welches eine Mischung aus Autobiographie, Wellnessbuch und positivem Denken ist. Ebenfalls erhältlich ist ein Trainingsvideo dazu. Eines ihrer weiteren Bücher ist ein Ratgeber zur Gestaltung von Festreden, besonders Hochzeiten. Beide Bücher sind nur auf Englisch erhältlich.

Angela Lansbury verlieh auch der Madame Pottine in den Spielen Kingdom Hearts und Kingdom Hearts 2 die Stimme. Außerdem spielte sie 2006 in dem Film Nanny McPhee mit.

Angela Lansbury kehrte im Mai 2007 nach über 20 Jahren mit Terence McNallys Stück Deuce an den Broadway zurück.

Oscar-Nominierungen (jeweils in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“) für Das Haus der Lady Alquist (1944), Das Bildnis des Dorian Gray (1945) und Botschafter der Angst (1962).

  • 1995 – Ernennung zur „Disney-Legende“ („Disney-Legend“)
  • Angela Lansbury erhielt 16 Emmy Nominierungen. Sie gewann sechs mal den Golden Globe und viermal den "Theater Oscar" Tony Award als beste Hauptdarstellerin.