Ann-Margret
Ann-Margret (* 28. April 1941 in Valsjöbyn in der Nähe von Stockholm als Ann-Margret Olsson) ist eine schwedisch-amerikanische Sängerin und Schauspielerin.

Die Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin war einziges Kind der schwedischen Eheleute Olsson. Nachdem der Vater bereits einige Jahre als Elektriker in den USA gearbeitet hatte, wanderte die gesamte Familie 1946 endgültig in die USA aus und ließ sich in Wilmette/Illinois nieder. 1949 wurden sie amerikanische Staatsbürger.

Sie und Elvis bauten eine Beziehung auf, die für den Rest des Lebens Bestand hatte. In ihrer Autobiografie beschreibt sie vorsichtig die ganz offensichtlich starke Bindung, die zwischen ihr und Elvis entstanden war; vermutlich waren sie mehr als nur Freunde.

Sie ist seit dem 8. Mai 1967 mit ihrem Schauspielerkollegen Roger Smith verheiratet, der auch bei uns durch seine Rolle in der TV-Serie 77 Sunset Strip bekannt wurde. Sie zog seine Kinder aus erster Ehe mit auf. Die Ehe verlief ohne Skandale oder Presserummel und ist mit 40 Jahren eine der langlebigsten Hollywoodehen. Beide nahmen am 18. August 1977 an Elvis' Beerdigung in Memphis teil und verbrachten einige Zeit gemeinsam mit der Familie in Memphis. Sie hatte die ganzen Jahre über mit Elvis in Verbindung gestanden, telefonisch und auch direkt, meist in Las Vegas.

Schon als Kind erhielt Ann-Margret Unterricht in Gesang, Tanz und Klavierspiel. 1957 wurde sie während eines TV-Talentewettbewerbes von einem Manager der amerikaweit ausgestrahlten Fernsehshow The Original Amateur Hour entdeckt, der ihr zu ersten Fernsehauftritten verhalf. Mitschnitte einer Live-Musikshow führten Anfang 1959 zu ihrer ersten Plattenveröffentlichung. Zur gleichen Zeit beendete Ann-Margret die Highschool und nahm ein Schauspielstudium in Chicago auf. Mit zwei Kommilitonen gründete sie die Gruppe The Suttletones, die an den Wochenenden in Chicagoer Clubs, später auch in Las Vegas und Los Angeles auftrat. Ein Jahr später brach Ann-Margret ihr Studium ab, um sich nun voll dem Showgeschäft zu widmen.

Bei Warner Brothers unterschrieb sie ihren ersten Plattenvertrag und nahm zwei Singles und eine LP auf, die jedoch erfolglos blieben. Erfolgreicher war ihr Auftritt in einer Weihnachts-Show, der RCA und die 20th Century Fox 1960 veranlassten, ihr einen Platten- und einen Filmvertrag anzubieten. Während die erste RCA-Platte Lost Love / I ain't got nobody noch floppte, kam im September 1961 I Just Don't Understand unter die Top 20 von Billboard. Es folgte die erste RCA-LP "And here she is" im Sommer 1961. Dieser Erfolg und der beachtliche Auftritt in ihrem ersten Film Pocketful of Miracles - Die unteren Zehntausend mit Glenn Ford brachten ihr den Golden Globe für den besten weiblichen Nachwuchs-Star 1961 ein. Weitere Erfolge mit Singleplatten wollten sich jedoch nicht mehr einstellen, im Gegensatz zu den LP-Veröffentlichungen, die weiterhin gefragt waren, dank einer guten Mischung aus Pop, Country und Rock. Nach drei Hitsingles in den Jahren 1961/62 und mehrere Langspielplatten folgten Fernsehshows und Auftritte in Las Vegas. Eine dieser Shows - in der sie gemeinsam mit Tina Turner Proud Mary sang - lief auch im deutschen Fernsehen. Auf der LP "On her way up" sang sie Elvis' Heartbreak Hotel, den von Otis Blackwell geschriebenen Titel Slowly und What am I supposed to do, mit einem Monolog, ähnlich wie hei Are you lonesome tonight. In dieser Zeit nannte man sie oft den "weiblichen Elvis".

Bereits ihr zweiter Film, ein Remake des Musicals State Fair - Texas-Show mit Pat Boone und Bobby Darin machte offensichtlich, dass sich Ann-Margrets Karriere erfolgreicher dem Film-Metier zuneigte. An der Seite von Pat Boone und Bobby Darin konnte sie ihr ganzes Können von Gesang und Tanz verbunden mit ihrem Sexappeal beweisen. 1963 war sie zusammen mit Bobby Rydell und Janet Leigh der Star in dem Fim-Musical Bye Bye Birdie, einer Persiflage auf den Elvis-Presley-Rummel. Die LPs der Soundtracks beider Filme wurden zu Verkaufsschlagern.

Mit dem leibhaftigen Elvis Presley spielte Ann-Margret dann 1964 die Rolle der Rusty Martin in dem Musikfilm Viva Las Vegas - Tolle Nächte in Las Vegas. Dort sang sie zwei Duette mit Elvis Presley. Sie war so erfolgreich beim Publikum, dass sie in diesem Jahr in der "Box Office" Top 10 der Firma Quigley auf Platz 7 stand, neben Doris Day und Shirley MacLaine.

Doch nach mehreren Filmrollen, die von der Kritik zerrissen wurden, verblasste in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre für eine gewisse Zeit der Ruhm der Ann-Margret. Statt im oscarprämierten Film Cat Ballou spielte sie im Campklassiker Kitten with a whip - Das Mädchen mit der Peitsche. Einzig der Pokerfilm Cincinnati Kid brachte ihr 1965 Publikums- wie Kritikererfolg. 1966 folgte der Film Die Mörder stehen Schlange mit Karl Malden und Dean Martin. Als Tiefpunkt kann der Film The Swinger aus dem Jahre 1966 angesehen werden. Es war Hollywoods verzweifelter Versuch, hip zu sein, und er scheiterte kläglich. Film- und Plattenindustrie verloren das Interesse an ihr, es war die Zeit der neuen Hippiegeneration. 1967 veröffentlichte RCA die letzte Single mit Ann-Margret und löste danach den Plattenvertrag auf. Sie setzte nun ihre Karriere mit Varieté-Auftritten in Las Vegas, eigenen Fernsehshows und Filmen in Übersee fort.

Ihr Comeback in Hollywood konnte sie 1971 in Carnal Knowledge - Die Kunst zu lieben feiern, an der Seite von Jack Nicholson, Candice Bergen und Rita Moreno. Regisseur Mike Nichols gab ihr trotz ihres "Sex kitten"-Images eine ernsthafte, anspruchsvolle Schauspielrolle, die ihr eine Oscarnominierung und einen Sieg bei den Golden Globes einbrachte. Sie blieb neben ihrer Hollywoodkarriere auch eine höchst erfolgreiche Sängerin in Las Vegas und brach bei Auftritten in Miami Zuschauerrekorde von Sammy Davis jr.

1972 erlitt sie bei einem Auftritt in Lake Tahoe einen schweren Unfall. Eine Bühnenplattform stürzte mit ihr in die Tiefe. Nur mehrere Operationen konnten ihr Gesicht wiederherstellen. Dreizehn Wochen später sang sie schon wieder in Las Vegas. Sie spielte in den folgenden Jahren bei Jacques Deray und Claude Chabrol in Frankreich und in England in einer Henry Fielding-Verfilmung von Tony Richardson (Joseph Andrews).

Zu ihrem größten Erfolg wurde 1975 Tommy, die Verfilmung der Rockoper von The Who, in der sie Nora Walker - die Mutter von Roger Daltreys Tommy - spielte. Sie sang, tanzte und gewann einen Golden Globe und sogar eine Nominierung als "Beste Hauptdarstellerin" bei den Oscars. Auch in Hollywood war ihr Erfolg gefestigt. Sie war an der Seite von Anthony Hopkins im Psychothriller Magic zu sehen, in Villain mit Kirk Douglas, in der Westernkomödie Kaktus Jack mit Kirk Douglas und Arnold Schwarzenegger und im Ehedrama Middle Age Crazy neben Bruce Dern.

Am 8. Januar 1978 lief im US-Fernsehen eine 90-minütige Elvis-Sendung, bei der auch die bisher nicht gezeigten Szenen der NBC-Show von 1968 gesendet wurden, auch die Bordell-Szene. Moderatorin dieser Show war Ann-Margret.

Ende der siebziger Jahre konnte Ann-Margret auch wieder auf dem Musikmarkt Fuß fassen, mit drei Singles platzierte sie sich in den Disco-Charts. Sie war nun wieder sowohl als Schauspielerin wie auch als Sängerin fest etabliert, sodass sie ihre Karriere bis in das 21. Jahrhundert erfolgreich fortsetzen konnte. In den 1980er Jahren sah man sie in Hauptrollen neben Jon Voight, Walter Matthau, Gene Hackman, Glenda Jackson, Alan Alda und Roy Scheider. Sie spielte Familiendramen, Actionthriller (52 Pick-up, nach Elmore Leonard), Ehekomödien und Liebesfilme. Auch als Fernsehdarstellerin wurde sie erfolgreich. Sie war als sterbende Mutter von elf Kindern in Was wird nur aus den Kindern? aufgetreten, und 1984 in ihrer schwierigsten Rolle: der Neuverfilmung des Tennesse Williams-Stücks Endstation Sehnsucht als Blanche DuBois. Sie wurde hochgelobt, gewann einen Golden Globe und war für einen Emmy nominiert.

In den 1990er Jahren spielte sie zunächst im Musical Newsies und dann im Klassiker Ein verrücktes Paar als Liebesobjekt von Jack Lemmon und Walter Matthau. 1995 wurde sie bei einer Umfrage des "Empire Magazine" auf Platz zehn der 100 attraktivsten Schauspieler der Filmgeschichte, vom Playboy in der Liste der "sexiesten Filmstars" des Jahrhunderts auf Platz 13 gewählt. Sie blieb eine gefragte Fernsehschauspielerin und trat weiterhin in Kinofilmen auf. So z.B. 1999 in Oliver Stones An jedem verdammten Sonntag und 2004 in der Komödie Taxi. 2006 konnte man sie als Mutter von Jennifer Aniston in Trennung mit Hindernissen sehen und im Tim-Allen-Film Santa Clause 3. Noch mit 65 Jahren trat sie in Las Vegas auf.

Sie hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.

Diskografie (1961 - 1964)

A/B-Seite Datum der Veröffentlichung
Hitparadennotierung
Label
Lost Love / I Aint Got Anybody März 1961
RCA
I Just Don't Understand / I Don't Hurt Anymore Juli 1961
17.
RCA
It Do Me So Good / Gimme Love Oktober 1961
90.
RCA
What I Am Supposed To Do / Let's Stop Kidding Februar 1962
89.
RCA
Jim Dandy / I Was Only Kidding August 1962
RCA
So Did I / No More Januar 1963
RCA
Bye Bye Birdie / Take All The Kisses März 1963
RCA
Man's Favorite Sport / Hey Little Star Januar 1964
RCA
Someday Soon / He's My Man Oktober 1964
RCA

Filmographie

  • 1961 - Die unteren Zehntausend (Pocketful of miracles) - Regie: Frank Capra
  • 1961 - Texas-Show (State fair) - Regie: José Ferrer
  • 1963 - Bye bye Birdie (Bye bye Birdie) - Regie: George Sidney
  • 1964 - Tolle Nächte in Las Vegas (Viva Las Vegas) - Regie: George Sidney
  • 1964 - Das Mädchen mit der Peitsche (Kitten with a whip) – Regie: Douglas Heyes
  • 1964 - Drei Mädchen in Madrid (The pleasure seakers) - Regie: Jean Negulesco
  • 1964 - Millionenraub in San Francisco (Once a thief) - Regie: Ralph Nelson
  • 1964 - Widersteh, wenn Du kannst (Bus Riley’s back in town) - Regie: Harvey Hart
  • 1965 - Cincinnati Kid (The Cincinnati Kid) - Regie: Norman Jewison
  • 1965 - Paris ist voller Liebe (Made in Paris) - Regie: Boris Sagal
  • 1965 - San Fernando (Stagecoach) - Regie: Gordon Douglas
  • 1966 - Die Mörder stehen Schlange (Murderers’ row) - Regie: Henry Levin
  • 1968 - Heißes Spiel für harte Männer (El crimen tambien juega) - Regie: Nino Zanchin
  • 1970 - Kampf den Talaren (R.P.M.) - Regie: Stanley Kramer
  • 1970 - C.C. und Company (C.C. an company) - Regie: Seymour Robbie
  • 1971 - Die Kunst zu lieben (Carnal knowledge) - Regie: Mike Nichols
  • 1972 - Brutale Schatten (Un homme est mort) - Regie: Jacques Deray
  • 1972 - Dreckiges Gold (The train robbers) - Regie: Burt Kennedy
  • 1975 - Tommy (Tommy) – nach der gleichnamigen Rockoper - Regie: Ken Russell
  • 1975/76 - Die verrückten Reichen (Folies bourgeoises) - Regie: Claude Chabrol
  • 1976 - Die Abenteuer des Joseph Andrews (Joseph Andrews) - Regie: Tony Richardson
  • 1977 - Der Schmalspurschnüffler (The cheap detective) - Regie: Robert Moore
  • 1977 - Drei Fremdenlegionäre (The last remake of Beau Geste) - Regie: Marty Feldman
  • 1978 - Magic - Eine unheimliche Liebesgeschichte (Magic) - Regie: Richard Attenborough
  • 1979 - Kaktus-Jack (Cactus-Jack) - Regie: Hal Needham
  • 1980 - Middle Age Crazy (Middle Age Crazy) - Regie: John Trent
  • 1982 - Eigentlich wollte ich zum Film (I ought to be in pictures) - Regie: Herbert Ross
  • 1982 - Schatten der Vergangenheit (The return of the soldier) – Regie: Alan Bridges
  • 1983 - Der Zocker (Looking to get out) - Regie: Hal Ashby
  • 1983 - Endstation Sehnsucht (A streetcar named desire) - Regie: John Erman – Remake des gleichnamigen Films von 1953
  • 1983 - Was wird nur aus den Kindern? (Who will love my children) - Regie: John Erman
  • 1985 - Zweimal im Leben (Twice in a lifetime) - Regie: Bud Yorkin
  • 1986 - 52 Pick-up (52 Pick-up) - Regie: John Frankenheimer
  • 1987 - A New Life (A New Life) - Regie: Alan Alda
  • 1987 - Society (The two Mrs. Grenvilles) - Regie: John Erman
  • 1987 - Tiger's Tale - Ein Tiger auf dem Kissen (Tiger’s tale) - Regie: Peter Douglas
  • 1991 - Die Zeitungsjungen (News boys) - Regie: Kenny Ortega
  • 1991 - Lass mich nicht alleine, Mutter (Our sons) - Regie: John Erman
  • 1993 - Ein verrücktes Paar - Alt verkracht und frisch verliebt (Grumpy old men) - Regie: Donald Petrie
  • 1993 - Queen (Queen) - Regie: John Erman
  • 1993 - Scarlett 1 - 4 - Regie: John Erman
  • 1994 - Land der verlorenen Kinder (Nobody’s children) - Regie: David Wheatley
  • 1994 - Nashville - Wendepunkt des Lebens (Following her heart) - Regie: Lee Grant
  • 1995 - Der dritte Frühling - Freunde, Feinde, Fisch & Frauen (Grumpier old men) - Regie: Howard Deutch
  • 1996 - Blue Rodeo (Blue Rodeo) - Regie: Peter Werner
  • 1996 - Verführung zum Mord (Seduced by madness) - Regie: John D. Patterson
  • 1998 - Die Seele der Partei - Die Pamela Harriman Story (Life of the party: The Pamela Harriman story) - Regie: Waris Hussein
  • 1999 - Kill And Smile (Happy face murders) - Regie: Brian Trenchard-Smith
  • 1999 - Letzte Ausfahrt Hollywood (The last producer) - Regie: Burt Reynolds
  • 1999 - An jedem verdammten Sonntag (Any given sunday) - Regie: Oliver Stone
  • 2000 - Es geschah in Boulder (Perfect Murder, Perfect Town) - Regie: Lawrence Schiller
  • 2000 - Das zehnte Königreich (The 10th kingdom) - Regie: Herbert Wise, David Carson
  • 2004 - New York Taxi (Taxi) – Regie: Tim Story – Remake von Taxi (1997)
  • 2006 - Trennung mit Hindernissen (The Break-Up)