Charles Bronson

Er wurde geboren als Charles Dennis Buchinsky am 3. November 1921 in Ehrenfeld/Pennsylvania, gestorben am 30. August 2003 in Los Angeles.

1. Ehe vom 30.09.1949 - Herbst 1964 mit Harriet Tendler; Kinder: Suzanne (*27.02.1955) und Tony (*Februar 1961).

2. Ehe vom 18.10.1968-18.05.1990 mit Jill Ireland.

Adoptiv-Kinder: Jason McCallum Bronson, gestorben am 22.11.1989 mit 27 Jahren an einer Überdosis Heroin, adoptiert von Jill Ireland and David McCallum, später adoptiert von Charles Bronson.
Gemeinsame Kinder von Jill Ireland und David McCallum:
Paul McCallum und Valentine McCallum, Katharina McCallum (*1968).

1963 lernten sich Charles und Jill in München im Krankenhaus kennen (Jill hatte eine Fehlgeburt). 1968 wurde geheiratet und Jill und Charles bekamen ihre Tochter Zukeila (*August 1971). Jill war Charles größte Liebe seines Lebens. Im Mai 1984 stellte Jill einen Knoten in ihrer rechten Brust fest. Dieser musste entfernt werden. 1988 entdeckten die Ärzte dann Metastasen in den Lymphknoten.

3. Ehe vom 25.12.1998 - 30.08.2003 mit Kim Weeks

Charles Bronson wurde 1921 in eine arme litauische Emigrantenfamilie geboren. Seine Mutter war bereits amerikanische Staatsbürgerin, sein Vater wurde in späteren Jahren eingebürgert. Bronsons Familie stammt von den Lipka-Tataren ab, einem muslimischgläubigen Volk aus Litauen, das ursprünglich aus Asien kam. Diese Abstammung erklärt das asiatische Aussehen des Darstellers.

Bronson war das elfte von 15 Kindern und absolvierte, während seine Geschwister ohne einen Schulabschluss blieben, erfolgreich die High School. Er war zehn Jahre alt, als sein Vater starb. Um seine Familie zu unterstützen, begann er mit 16 Jahren an der Seite seiner Brüder in einem Kohlebergwerk zu arbeiten. Er hasste die harte Arbeit unter Tage.

Im Zweiten Weltkrieg war Charles Bronson Bordschütze in einem B-29-Bomber und wurde wegen einer Verwundung mit dem Purple Heart ausgezeichnet. Nach Kriegsende arbeitete er als Boxer und Gelegenheitsarbeiter und studierte Kunst in Philadelphia. Zunächst trat er in Werbespots auf. Er war als Bühnenarbeiter tätig und ging ans Pasadena Playhouse, wo er kleinere Rollen übernahm. In den späten 40er Jahren teilte er sich eine Zeit lang ein Appartment mit seinem Kollegen Jack Klugman. Filmregisseur Henry Hathaway wurde auf ihn aufmerksam und gab ihm 1951 seine erste kleine Hollywood-Rolle.

Zwischen 1949 und 1967 war Charles Bronson mit Harriet Tendler verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. 1968 heiratete er seine Kollegin Jill Ireland (mit der er 18 Filme drehte) und wurde Vater einer Tochter. Ireland starb 1990 an Krebs. Im Jahr davor war bereits Bronsons Adoptivsohn Jason gestorben. 1998 heiratete der Schauspieler die vierzig Jahre jüngere Fernsehproduzentin Kim Weeks. In den späten 90er-Jahren erkrankte er an der Alzheimer-Krankheit. Charles Bronson starb am 30. August 2003 im Alter von 81 Jahren im Cedars-Sinai Hospital in Los Angeles an einer Lungenentzündung.

Von Kollegen wurde Bronson oft als schweigsam und unzugänglich beschrieben. Er erklärte, seine harte und entbehrungsreiche Kindheit habe seinen Charakter entsprechend geformt. Der Schauspieler schirmte sein Privatleben hermetisch vor der Öffentlichkeit ab.


50er- und 60er-Jahre

In seinen ersten Filmen trat Bronson noch unter seinem Geburtsnamen Charles Buchinsky auf. Im Horrorklassiker Das Kabinett des Professor Bondi (1953) agierte er als Assistent des wahnsinnigen Wachsbildhauers Vincent Price. Er wurde in Western wie Vera Cruz (1954) oder Massai – Der große Apache (1954) eingesetzt, stand aber immer weit unten auf der Besetzungsliste. Um während der McCarthy-Ära nicht für einen Russen gehalten zu werden, änderte er Mitte der 50er-Jahre seinen Nachnamen und tauchte in den Besetzungslisten fortan als Charles Bronson auf.

Während der 50er-Jahre war Bronson regelmäßig im Fernsehen zu sehen und spielte in Serien wie Rauchende Colts. In dem B-Film Revolver-Kelly stellte er 1958 unter der Regie von Roger Corman den berüchtigten Bankräuber George R. Kelly dar. 1960 gelang Bronson ein entscheidender Karrieresprung, als er als einer der Glorreichen Sieben in dem gleichnamigen Westernklassiker von John Sturges besetzt wurde. Sturges gab ihm 1963 auch die Rolle eines klaustrophobischen Kriegsgefangenen in Gesprengte Ketten. 1962 spielte er an der Seite von Elvis Presley im Unterhaltungsfilm Kid Galahad - Harte Fäuste, heiße Liebe überzeugend dessen Boxtrainer. 1967 zählte Bronson zum Dreckigen Dutzend und war neben Lee Marvin der einzige Überlebende des bekannten Kommandos. Auch bei diesem Film hatte Bronson jedoch noch immer den Status eines profilierten Nebendarstellers.

60er- und 70er-Jahre

Mitte der 60er-Jahre hatte es Bronson mehrfach abgelehnt, in einem der Italo-Western von Sergio Leone aufzutreten. 1968 gelang es dem Regisseur endlich, Bronson für sein Western-Epos Spiel mir das Lied vom Tod zu engagieren. Leone musste den nicht besonders angesehenen Schauspieler bei den Produzenten gegen viele Widerstände als Hauptdarsteller durchsetzen. Sogar der Wechsel von der Filmproduktionsfirma United Artists, die den Film ursprünglich produzieren sollte, zur konkurrierenden Paramount soll mit der Nichtakzeptanz der Hauptrollenbesetzung in Zusammenhang stehen. „Charley Bronson? Sie wollen uns wohl hochnehmen?!“ sei eine Produzentenreaktion auf den Rollenvorschlag gewesen, berichtete Regisseur Sergio Leone später. Spiel mir das Lied vom Tod wurde zum Kultfilm und Bronson fand in der Rolle des schweigsamen Rächers und Mundharmonikaspielers ein passgenaues Image. Allerdings fiel ihm die Rolle quasi von Gnaden Henry Fondas zu, dem größten Star des Films, dem Regisseur Leone ursprünglich freigestellt hatte, welche der männlichen Hauptrollen er spielen wolle, die Helden- oder die Schurkenrolle - Fonda entschied sich für den Schurken. Bronson avancierte vor allem in Europa und Asien nach Spiel mir das Lied vom Tod zu einem der populärsten Stars. Der muskulöse Darsteller mit den zerfurchten Zügen und dem undurchdringlichen Gesichtsausdruck spielte in der Regel selbstsichere Männer, die latent bedrohlich wirkten.

1968 spielte Bronson an der Seite von Alain Delon in dem französischen Film Du kannst anfangen zu beten einen ehemaligen Fremdenlegionär, der in kriminelle Machenschaften verwickelt wird. In dem Western Chatos Land verkörperte er 1972 einen Indianer, der sich für die Vergewaltigung seiner Frau rächt. Mit diesem Film begann Bronson eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Regisseur Michael Winner, der auch den Actionthriller Kalter Hauch (1972) inszenierte, in dem Bronson als Auftragskiller zu sehen war. 1971 erhielt er einen Golden Globe in der Kategorie beliebtester männlicher Darsteller der Welt (zusammen mit Sean Connery).

Mit dem Selbstjustiz-Thriller Ein Mann sieht rot landete Charles Bronson 1974 erstmals einen Top-Hit in den USA. Der kontrovers diskutierte Film (Regie: Michael Winner) zeigte Bronson in der Rolle eines friedlichen Architekten, der in den Straßen von New York zum Rächer wird, weil seine Frau ermordet und seine Tochter vergewaltigt wurde. Mit Mitte 50 zählte Bronson nun zu den Hollywood-Superstars und war jahrelang in den für ihn typischen Genrefilmen erfolgreich. Er drehte Western (Nevada-Pass, 1975, Der weiße Büffel, 1977), Actionthriller (Das Gesetz bin ich, 1974, Telefon, 1977) und Abenteuerfilme (Capoblanco, 1980, Yukon, 1981).

80er- und 90er-Jahre

Als Bronson die 60 überschritt, ließ seine Popularität langsam nach. Er trat zwar bis in die 90er-Jahre in Action-Filmen auf, wurde als führender Genre-Star aber von jüngeren Darstellern wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone oder Bruce Willis abgelöst. Bis 1994 drehte er vier Fortsetzungen seines Erfolgsfilms Ein Mann sieht rot. In den 90er-Jahren war Bronson überwiegend in Fernsehfilmen zu sehen und spielte zum Beispiel den Seewolf Wolf Larsen. 1991 trat er in dem anspruchsvollen Sozialdrama Indian Runner auf, dem Regiedebüt von Sean Penn, einem Bronson-Verehrer, der den Alt-Star für eine profilierte Nebenrolle gewinnen konnte. 1999 stand Charles Bronson letztmals vor einer Kamera.

Synchronsprecher

Vor seinem Durchbruch zum Star hatte Charles Bronson keinen Standard-Synchronsprecher – eingesetzt waren unter anderem Harald Juhnke, Claus Biederstaedt, Arnold Marquis (Ein Mann sieht rot) und Günter Pfitzmann. 1968 wurde mit Michael Chevalier ein kongenialer Standardsprecher für Bronson gefunden, der zum Beispiel in Spiel mir das Lied vom Tod zu hören ist und dessen tiefe Stimme allgemein mit dem Star assoziiert wird. Bronson wurde gelegentlich auch von Wolfgang Hess und Klaus Kindler gesprochen.

Filmografie (Auswahl)

  • 1951 – (You're In The Navy Now)
  • 1951 – Pat und Mike
  • 1952 – Die Feuerspringer von Montana (Red Skies Of Montana)
  • 1952 – (My Six Convicts)
  • 1952 – Kurier nach Triest (Diplomatic Courier)
  • 1953 – (The Clown)
  • 1953 – Das Kabinett des Professor Bondi (3D-Film)
  • 1953 – Fegefeuer (Miss Sadie Thompson) (3D-Film)
  • 1953 – Von der Polizei gehetzt (The City is Dark / Crime Wave)
  • 1954 – Massai – Der große Apache (Apache)
  • 1954 – Der einsame Adler (Drum Beat)
  • 1954 – Vera Cruz
  • 1955 – Blutgeld (Big House)
  • 1956 – Der Mann ohne Furcht (Jubal)
  • 1957 – Hölle der 1000 Martern (Run Of The Arrow)
  • 1958 – (Showdown At Boot Hill)
  • 1958 – Revolver-Kelly (Machine Gun Kelly)
  • 1958 – (Gang War)
  • 1958 – (When Hell Broke Loose)
  • 1959 – Wenn das Blut kocht / Barfuß in die Ewigkeit (Never So Few)
  • 1960 – Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven)
  • 1961 – Massaker im Morgengrauen (A Thunder of Drums)
  • 1961 – Die X-15 startklar (X-15)
  • 1961 – Robur – Herr der sieben Kontinente (Master of the World)
  • 1962 – Kid Galahad – Harte Fäuste, heiße Liebe (Kid Galahad)
  • 1963 – Gesprengte Ketten (The Great Escape)
  • 1963 – Vier für Texas (4 for Texas)
  • 1964 – ... und knallten ihn nieder (Guns of Diablo)
  • 1964 – ... die alles begehren (The Sandpiper)
  • 1965 – Die letzte Schlacht (Battle of the Bulge)
  • 1967 – Das dreckige Dutzend (The Dirty Dozen)
  • 1968 – Spiel mir das Lied vom Tod (C'era una volta il West)
  • 1968 – Du kannst anfangen zu Beten (aka Bei Bullen singen Freunde nicht) (Adeu l'ami)
  • 1969 – Der aus dem Regen kam (Le Passager de la pluie)
  • 1970 – Der Amerikaner (Twinky)
  • 1970 – Brutale Stadt (Città Violenta)
  • 1970 – Zwei Kerle aus Granit / Soldiers Of Fortune (You Can't Win Em All)
  • 1970 – Kalter Schweiß (De la part des copains)
  • 1971 – Mörder hinter der Tür / Faustdick hinter den Ohren / Tödliche Begegnung (Quelqu'un derriere la porte)
  • 1971 – Rivalen unter roter Sonne (Soleil Rouge)
  • 1971 – Der Einsame (The Bull Of The West)
  • 1971 – Chatos Land (Chato's Land)
  • 1972 – Kalter Hauch (The mechanic)
  • 1972 – Die Valachi-Papiere (The Valachi Papers)
  • 1973 – Ein Mann geht über Leichen (The Stone Killer)
  • 1973 – Wilde Pferde (Valdez, il mezzosangue / Wild Horses)
  • 1974 – Das Gesetz bin ich (Mr. Majestyk)
  • 1974 – Ein Mann sieht rot (Death Wish)
  • 1974 – Ein stahlharter Mann (Hard Times, The Streetfighter)
  • 1975 – Der Mann ohne Nerven (Breakout)
  • 1975 – Zwischen Zwölf und Drei (From Noon Till Three)
  • 1975 – Nevada Pass (Breakheart Pass)
  • 1975 – Der Tag der Abrechnung (St. Ives)
  • 1976 – ... die keine Gnade kennen (Raid on Entebbe)
  • 1976 – Der weiße Büffel (The White Buffalo)
  • 1977 – Telefon (Telefon)
  • 1978 – Ein Mann räumt auf (Love and Bullets)
  • 1979 – Caboblanco
  • 1980 – Der Grenzwolf (Borderline)
  • 1981 – Der Mann ohne Gnade (Death Wish II)
  • 1981 – Yukon (Death Hunt)
  • 1982 – Ein Mann wie Dynamit (10 to Midnight)
  • 1983 – Der Liquidator (The Evil That Man Do)
  • 1985 – Death Wish III – Der Rächer von New York (Death Wish 3)
  • 1985 – Murphys Gesetz (Murphy's Law)
  • 1986 – Der Mordanschlag (Assassination)
  • 1987 – Das Weiße im Auge (Death Wish 4: The Crackdown)
  • 1988 – Kinjite – Tödliches Tabu (Kinjite – Forbidden Subjects)
  • 1991 – Indian Runner
  • 1991 – ... und den Weihnachtsmann gibt's doch! (Yes Virginia, There Is a Santa Claus)
  • 1993 – Mord ist die Rache
  • 1993 – Der Seewolf (The Sea Wolf)
  • 1993 – Mord ist die Rache (Donato & Daughter)
  • 1994 – Death Wish V – Antlitz des Todes (Death Wish V-The Face of Death)
  • 1995 – Eiskalte Wut (Family of Cops)
  • 1997 – Family of Cops 2 – Der Beichtstuhlmörder (Breach of Faith: Family of Cops II)
  • 1999 – Family of Cops III