Dolores del Río
Sie wurde als Lolita Dolores Asúnsolo y López Negrete am 3. August 1905 in Victoria de Durango (Mexiko) geboren und starb am 11. April 1983 in Newport Beach/Kalifornien (USA) an Leberversagen.

Einer ihrer Cousins war der Schauspieler Ramon Novarro.

Eltern: Doña Antonia López Negrete y López + Jesús Leonardo Asúnsolo

verheiratet mit:
Jaime Martínez del Río (1921-1925/geschieden)
Cedric Gibbons (1929-1941/geschieden)

Dolores del Río wuchs in einer aristokratischen Familie auf. Die Mutter war von spanischem Adel und der Vater wohlhabender Viehzüchter und Händler. Im Zuge der Mexikanischen Revolution verlor die Familie ihre Besitztümer und siedelte um nach Mexiko City.

1921 heiratete Dolores den reichen mexikanischen Erben Jaime Martínez del Río.

Nach Ballettunterricht am Konservatorium in Mexico-City und später auch in Europa lernte sie 1925 Edwin Carewe, Hollywood-Produzent, kennen. Carewe, der von ihrer Schönheit und ihrem Talent begeistert war, überredete das Paar nach Hollywood zu emigrieren. Dort versuchten sie im Filmgeschäft Karriere zu machen. Dolores als Schauspielerin und ihr Mann als Drehbuchautor. Die Schauspielerin drehte gemeinsam mit Carewe einige erfolgreiche Filme, die über die United Artists in den Verleih kamen. Nach ihrem Debütfilm Joanna (1925), der ihr auf Anhieb zum großen Durchbruch verhalf, wurde ihre Ehe geschieden. Im darauffolgenden Jahr bekam sie internationale Resonanz für ihre Darstellung einer jungen Französin in Raoul Walshs erfolgreichem Antikriegsfilm Rivalen - What Price Glory (1926). Sie galt als exotische Schönheit und wurde diesem Bild entsprechend besetzt. Sie spielte in einigen äußerst erfolgreichen Filmen mit wie Pals First (1926), Resurrection (1927), The Loves of Carmen (1927), Ramona (1928) und Revenge (1928). In Hollywood filmte Dolores del Río mehr als dreißig Kinofilme und errang internationale Berühmtheit. Fortan galt sie als weibliches Gegenstück von Rudolph Valentino.

Die Schauspielerin war von 1929 bis 1941 mit Cedric Gibbons, dem Chefdesigner von den Metro Goldwyn Mayer Studios (MGM), verheiratet. Eine Romanze mit Orson Welles führte jedoch dazu, dass die Ehe 1941 geschieden wurde.

Nachdem die Schauspielerin sich zunächst geweigert hatte, in Tonfilmen aufzutreten, gab sie schließlich 1930 ihr Tonfilmdebüt in dem Streifen The Bad One. Der Film war wenig erfolgreich und sie drehte einige Jahre gar nicht. Erst ein Wechsel zu RKO im Jahr 1932 belebte ihre Karriere. In den nächsten Jahren erschien sie nur noch in wenigen anspruchsvollen Filmen auf der Leinwand, meist handelte es sich um Low Budget Filme. In dem Südseeabenteuer Bird of Paradise (1932) trat sie unter der Regie von King Vidor auf, es folgte Girl of the Rio (1932). 1933 spielte sie in dem Musical Flying Down to Rio eine Brasilianerin und wurde noch vor Fred Astaire und Ginger Rogers angekündigt, die hier ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten. Danach drehte sie Madame DuBarry (1934), I Live for Love (1935), Accused (1936), Lancer Spy (1937), Ali Baba Goes to Town (1937) und The Man from Dakota (1940).

Trotz ihres starken Akzents drehte die Schauspielerin bis 1942 weiter in den USA, zuletzt neben Joseph Cotten die weibliche Hauptrolle in Von Agenten gejagt - Journey into Fear unter der Regie von Orson Welles.

Unzufrieden mit den Rollenangeboten kehrte sie danach nach Mexiko zurück, wo sie die nationale Filmindustrie mitaktivierte und für weitere 25 Jahre als einer der Topstars des nationalen Kinos galt. Sie arbeitete bei ihrem ersten mexikanischen Film Flor Silvestre 1943 mit dem Regisseur Emilio Fernández zusammen, weitere Arbeiten mit ihm folgten. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits 37 Jahre war, startete sie eine neue und erfolgreiche Karriere und wurde zum größten Star im eigenen Land. Zusammen mit Gabriel Figueroa, Mauricio Magdaleno und Pedro Armendariz bildete sie die sogenannte "Goldene Ära" des mexikanischen Films. Mit ihren kommenden Filmen Maria Candelaria (1944), Las abandonadas (1945), Bugambilia (1945) und La otra (1946) wurde sie zum Prototyp der mexikanischen Schönheit im Ausland.

Für ihre Hauptrolle in seinem Film Las Abandonadas erhielt sie 1946 einen Ariel bei der ersten Verleihung dieses mexikanischen Filmpreises.

In den 50er Jahren pendelte ihre Karriere langsam aus. Sie spielte in den Filmen Deseada (1951), Senora ama (1954), Torero (1957) und La cucaracha (1958) mit.

Zu ihren wenige Auftritten in US-amerikanischen Produktionen gehörten außerdem Don Siegels Flaming Star - Flammender Stern aus dem Jahr 1960, in dem sie die Mutter von Elvis Presley spielte, sowie John Fords Cheyenne (1964). Nachfolgend spielte sie noch Rollen in Rio Blanco (1967) und C'era una volta (1967).

Sie arbeitete auch an mexikanischen und US-amerikanischen Theatern sowie im Fernsehen. Ihr letzter Film war The Children of Sanchez - Los hijos de Sánchez (1978).

Marlene Dietrich bezeichnete Dolores del Río als die schönste Frau von Hollywood.

Ein Stern auf dem Walk of Fame erinnert an sie.

Weitere Filme mit Dolores Del Rio:

  • High steppers (1926)
  • The whole town's talking (1926)
  • The gateway of the moon (1928)
  • The trail of '98 (1928)
  • No other woman (1928)
  • The red dance (1928)
  • Evangeline (1929)
  • The bad one (1930)
  • Flying down to Rio (1933)
  • Wonder bar (1934)
  • In caliente (1935)
  • The widow from Monte Carlo (1935)
  • The devil's playground (1937)
  • International settlement (1938)
  • La selva de fuego (1945)
  • The futitive (1947)
  • Historia de una mala mujer (1948)
  • Mis cinco hijos (1948)
  • La malquerida (1949)
  • La casa chica (1949)
  • Doña Perfecta (1950)
  • Reportaje (1953)
  • El niño y la niebla (1953)
  • Serie Schlitz playhouse of stars: Old spanish custom (1957)
  • Adonde van nuestros hijos? (1958)
  • Flaming Star - Flammender Stern (1960)
  • El pecado de una madre (1960)
  • The man who bought paradise (1965)
  • La dama del alba (1965)
  • Casa de mujeres (1966)
  • Serie I Spy: Return to glory (1966)
  • Serie Branded: The ghost of Murietta (1966)
  • El hijo de todas (1967)
  • Serie Marcus Welby, M.D.: The Legacy (1970)
  • Mexico de mis amores (1977)