Gig Young
Gig Young (geb. am 4. November 1913 in St. Cloud, Minnesota, USA; gest. am 19. Oktober 1978 in New York City) war ein US-amerikanischer Schauspieler.

Seinen Künstlernamen nahm der 1913 als Byron Elsworth Barr geborene Schauspieler an, als er in seinem viertem Film eine Person namens Gig Young spielte. So hieß der junge Herr in Irving Rappers an Tschechow erinnerndes Familiendrama The Gay Sisters (1942) mit Barbara Stanwyck in der Hauptrolle. Und diesen Namen behielt sein Darsteller bei.

Zu Beginn seiner Karriere in Kriegsfilmen, verlegte sich Young (auch bekannt als Bryant Fleming) in den 50ern auf Komödien, die er mit seinem smarten Aussehen und dem stets ironisch-gelangweilt wirkenden Lächeln routiniert und mit der Aura des leicht amüsierten Flaneurs spielte.

Die Stars, mit denen er in seinen Filmen auftritt, kennt er aus der Studienzeit: Bette Davis, Olivia De Havilland, Errol Flynn kommen wie er aus der Schule des Pasadena Playhouse. Gig Young dreht mit Michael Curtiz und Raoul Walsh, mit Howard Hawks und George Sidney, mit William Wyler und Gene Kelly. In Fliegerfilmen wie Howard Hawks' Airforce (1943) ist er ebenso zu Hause wie beim Rodeo, in Richard Fleischers Arena (1953). 1949 sah man ihn neben John Wayne in Wake of the red witch - Im Banne der roten Hexe. Er spielt in Gordon Douglas' Western Bis zum letzten Atemzug (1951) und in Robert Z. Leonards Komödie Zu jung zum Küssen (1951).

Er erntete nach zehn Jahren ohne bemerkenswerte Rollen 1951 mit seiner Leistung in dem Alkoholiker-Drama Come Fill the Cup (mit James Cagney) eine erste Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller. Die Thematik des Films war Young vertraut, da er seinen Mangel an Selbstbewusstsein und seine Frustrationen über die ihn künstlerisch nicht befriedigende Karriere mit Alkohol und zahlreichen Affären zu kompensieren versuchte.

Er spielte in John H. Auers Thriller Chicago 12 Uhr Mitternacht (1953), mit Liz Taylor in The girl who had everything (1953) unter der Regie von Richard Thorpe. Im selben Jahr spielte er die Hauptrolle in dem 3 D-Film Arena. Mit Humphrey Bogart sah man ihn 1955 in William Wylers klassischem Gangsterfilm The desperate hours - An einem Tag wie jeder andere. 1957 spielte er in der Komödie Eine Frau, die alles weiß den egoistischen und bindungsunwilligen Liebhaber einer emanzipierten Frau (Katharine Hepburn), die ihn gern endlich heiraten würde, sich dies angesichts ihrer liberalen Ansichten jedoch nicht eingestehen mag und ohnehin am Ende in den Armen von Spencer Tracy landet. 1958 führte Youngs Rolle in der Komödie Reporter der Liebe - Teacher's Pet (mit Doris Day und Clark Gable) zu einer weiteren Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller. Auch dieser Erfolg führte lediglich zu ähnlichen Rollen, jedoch nicht zum Durchbruch. Youngs Karriere stagnierte, während seine persönlichen Probleme zunahmen.

1961 sah man ihn mit Cary Grant in That touch of mink - Ein Hauch von Nerz und mit Elvis Presley, Joan Blackman und Charles Bronson in Kid Galahad - Harte Fäuste, heiße Liebe, 1964 mit Rock Hudson in Strange bedfellows - Fremde Bettgesellen und in Cy Howards Liebhaber und andere Fremde.

1969 endlich wurde seine Arbeit gewürdigt, für die Rolle des skrupellosen Zeremonienmeisters eines Tanz-Marathons in Sydney Pollacks They shoot horses don't they - Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss (mit Jane Fonda) erhielt er den Oscar und einen Golden Globe. Doch nach diesen Auszeichnungen folgten für Young nur noch wenige Auftritte in meist zweitrangigen Filmen. 1974 besetzte ihn Mel Brooks für eine Hauptrolle in der Westernparodie Der wilde wilde Westen - Blazing Saddles, ersetzte ihn jedoch wegen Unzuverlässigkeit nach wenigen Drehtagen durch Gene Wilder.

Makaber ist alles um die letzten Jahre dieses bescheidenen, freundlichen Menschen, der selbst immer wieder verstört war, dass seine Ehen, fünf insgesamt, nicht halten: Mein letzter Kampf (1977) heißt sein letzter Film, davor liegen zwei blutige Actiondramen von Sam Peckinpah: Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (1974) und noch einmal in The killer elite - Die Killer-Elite (1975) mit James Caan, dazwischen Robert Wises Die Hindenburg (1974).


Er hatte im Laufe seiner Karriere fast immer gute Rollen, wenn er auch einmal behauptete, von seinen 55 Filmen seien nur vier oder fünf für seine Karriere nützlich gewesen.

25 Jahre lang spielt er den höflichen Herren mit besten Manieren, der immer ein bißchen Grund zur Traurigkeit hat. Denn seine große Liebe wird nicht erwidert oder ein anderer spannt ihm das Mädchen aus. Dennoch: In all seinen mehr als 50 Filmrollen strahlt über sein Gesicht meist ein Lächeln, und selbst an den letzten Tagen seines Lebens haben ihn Freunde nicht anders gesehen.

Gig Young war fünfmal verheiratet, unter anderem mit den Kolleginnen Elaine Williams, mit der er eine Tochter (*1964) hatte, und Elizabeth Montgomery. Am 27. September 1978 heiratete er die 31-jährige deutsche Schauspielerin Kim Schmidt (*1957) aus Kassel.

In einem Restaurant habe er mit seiner jungen Frau geturtelt, sagt man. Dennoch muss dieser liebenswerte Darsteller am Ende einen tiefen Riss verspürt haben: Nur drei Wochen nach der Hochzeit erschoss er mit einer kleinen Derringer seine Frau und nahm sich selbst das Leben. Das aufgeschlagene Tagebuch in seiner Hand verwies auf den 27. September 1978. Da stand: "Wir heiraten heute." Die Gründe für die Tat blieben unklar.

Weitere Filme mit Gig Young (unvollständig:

  • Sein letztes Kommando (1941)
  • In Freundschaft verbunden (1943)
  • Die drei Musketiere (1948)
  • Im Banne der roten Hexe (1949)
  • Das Geheimnis der Frau in Weiß (1949)
  • Der Berg des Schreckens (1949)
  • Ein verwöhntes Biest (1952)
  • Herzen im Fieber (1953)
  • Man soll nicht mit der Liebe spielen (1954)
  • Eine Frau, die alles kennt (1957)
  • Immer die verflixten Frauen (1959)
  • Kid Galahad - Harte Fäuste, heiße Liebe (1961)
  • Die dritte Dimension (1962)
  • Der Fuchs geht in die Falle (1963)
  • Das Diamantenquartett (1974)
  • Sherlock Holmes in New York (1976)
  • Bruce Lee - Mein letzter Kampf (1977)